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Das Vorderladerschiessen

 

Beim Vorderladerschiessen ist die richtige Handhabung von Waffe und Schwarzpulver unumgänglich. Um böse Überraschungen zu vermeiden und das interessantes Hobby zu geniessen machen Sie sich mit den Sicherheitsregeln und der sichere Handhabung bekannt.

 

Allgemeine Sicherheitshinweise

Laden und Schiessen
Das Schiessprogramm nach MLAIC
Reinigung und Pflege

 

Allgemeine Sicherheitshinweise

Benutzen Sie ausschließlich Schwarzpulver Verwenden Sie auf keinen Fall anderes Pulver, da dieses zu Verletzung des Schützen und zur Zerstörung der Waffe führen könnte.

  • Zündhütchen sind empfindlich gegenüber statischer Aufladung! Hitze und Stoß. Benutzen Sie die Originalverpackung.
  • Rauchen Sie nicht, wenn Sie laden, schießen oder mit Schwarzpulver umgehen.
  • Trinken Sie keinen Alkohol vor und während des Schießens.
  • Schießen Sie nur auf Schießständen, schießen Sie nie auf harte Oberflächen oder Wasser.
  • Vergewissern Sie sich vor dem Schießen, dass Zuschauer immer hinter Ihnen stehen.
  • Schützen Sie Ihre Augen und Ohren. Das Tragen einer Schutzbrille und eines Gehöhrschutz ist beim Vorderladerschiessen obligatorisch.
  • Bevor Sie die Waffe laden, vergewissern Sie sich immer, ob sie nicht schon geladen ist. Sie können dies leicht durch eine Markierung erkennen, die Sie selbst am Ladestock anbringen.
  • Laden Sie nie direkt aus der Pulverflasche. Füllen Sie das Pulver erst in ein Pulvermaß und von da in den Lauf, oder verwenden Sie Laderöhrchen. Schießen Sie niemals aus einer Vorderladerwaffe, ohne sich vergewissert zu haben, dass die Kugel fest auf dem Pulver aufliegt. Ein Leerraum zwischen Kugel und Pulver kann zur Laufaufbauchung führen. (Siehe Kapitel "Laden und Schiessen")
  • Nach einer Fehlzündung müssen Sie besonders vorsichtig sein. Halten Sie die Waffe nach einer Fehlzündung noch eine Minute in Schussrichtung. Es könnte sich um einen Nachbrenner handeln.
  • Entfernen Sie unter keinen Umständen Pistonsockel oder Schwanzschraube aus einer geladenen Waffe.
  • Transportieren oder lagern Sie nie eine geladene Waffe.

Der Schütze ist immer selbst für seine Waffe und die abgegebenen Schüsse verantwortlich, seien Sie immer ein vorsichtiger Schütze!

Weitere Hinweise zum Sicheren Umgang beim Vorderladerschiessen finden Sie in den Sicherheitsbestimmungen des VSV.

 

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Laden und Schiessen

Entfernen Sie etwaige Öl- und Fettreste im Laufinneren. Bei Perkussionswaffen schlagen Sie erst ein Zündhütchen ab, damit trocknen Sie den Zündkanal. Halten Sie dabei Ihre Waffe immer in Schussrichtung. 

 

 

Zum Laden ziehen Sie den Hahn in die Sicherheitsraste. Halten Sie die Waffe mit dem Lauf nach oben weg von Gesicht und Körper und füllen das Pulver aus einem Pulvermass oder Lade Röhrchen ein (1). Nie direkt aus der Pulverflasche laden. Beachten Sie die Hinweise zur  Pulvermenge für Ihre Waffe.

 

Auf die Mündung legen Sie ein gefettetes Schusspflaster und drücken die Kugel mit einem Kugelsetzer in den Lauf (2a). Dann nehmen Sie den Ladestock und drücken die Kugel bis auf das Pulver (3). Es empfiehlt sich, den Ladestock mit einen Mündungsschoner auszustatten. Langgeschosse mit Fettrillen werden gefettet und in der Regel ohne Pflaster geladen.

 

Eine Schrot Ladung wird folgendermassen geladen:

Eine passende Kartonscheibe und ein gefetteter Filzzapfen wird in den Lauf auf das Pulver gegeben. Das Schrot wird dazugegeben und mit einem weiteren Kartondeckel abgeschlossen (2b).

   

 Setzen Sie nun das Zündhütchen auf das Piston (4), achten Sie darauf, dass der Hahn immer noch in der Sicherheitsraste steht und die Laufmündung in Schussrichtung zeigt. Die Perkussionswaffe ist nun geladen und bereit zum Feuern.


Alle Erläuterungen zum Laden einer Perkussionswaffe gelten sinngemäß auch für die Steinschlosswaffe. Schützen Sie den Feuerstein mit einem Lederstreifen und klemmen ihn fest im Hahn ein. Nachdem Sie auch den Lauf geladen haben, halten Sie die Waffe in Schussrichtung und füllen Sie ein wenig Pulver (Zündkraut) auf die Pulverpfanne. Schließen Sie die Batterie.


Die Steinschlosswaffe ist jetzt schussbereit (5).

 

Um eine Luntenschlosswaffe feuerbereit zu machen wird ebenfalls etwas Zündkraut auf die Pfannen gegeben und der Pfannendeckel wird geschlossen. Bei diesem Vorgang darf die Lunte niemals in den Abzughahn eingespannt sein. Die Lunte wird immer separat in einer Luntenbox aufbewahrt und wird erst unmittelbar vor dem Feuern in den Abzughahn eingespannt. Sobald der Pannendeckel wieder geöffnet ist, ist die Waffe schussbereit. Immer darauf achten, das die geladene Waffe in Richtung Zielhang zeigt. Beim Umgang mit Luntenwaffen ist besondere Vorsicht geboten.


Wenn Sie jetzt den Hahn in die zweite Raste zurückziehen, können Sie schießen. Falls Ihre Waffe nicht mit einem einfachem Abzug ausgestattet ist, können folgende zwei Stechertypen vorhanden sein. Doppelstecher und Rückstecher (Einabzugsstecher).


Beim Doppelabzugsstecher (deutscher Stecher) ziehen Sie den hinteren Abzug bis zum Einrasten zurück und lösen den Schuss mit dem vorderen Abzug aus.


Beim Rückstecher (französischer Stecher) drücken Sie den Abzug mit dem Daumen bis zum Einrasten nach vorne. Die Waffe ist jetzt eingestochen und schussbereit.


Stellen Sie das Abzugsgewicht nicht zu leicht ein. Alle Einstellungen müssen an einer ungeladenen Waffe vorgenommen werden. Vergewissern Sie sich vor dem Einstechen immer, dass die Waffe in Schussrichtung zeigt.


Luntenschlösser sind zum Teil mit einem Schnapphahn und zum Teil mit einem direkten Abzug ausgerüstet. Beim Schnapphahn schnellt der Hahn mit der eingespannten Lunte in die Pfanne sobald der Abzug gezogen wird. Beim direkten Abzug neigt sich der Hahn gleichmässig mit dem Ziehen des Abzugs in Richtung Pfanne.


Der Ladevorgang von Pistolen erfolgt in gleicher weise wie oben beschrieben. Beim Laden von Revolvern sollte noch folgendes beachtet werden: Zwischen Pulver und Kugel solle immer ein Zwischenmittel verwendet werden (gefetteter Filz oder Griess) damit kann eine allfällige Rückzündung in die nebenliegenden Kammern verhindert werden. Die verwendeten Kugeln sollten gut gefettet sein.

 

Tabellen mit Ladedaten

 

Abmessungen für Ladungen bei Schwarzpulver werden normalerweise in Grain vorgenommen bzw. angegeben. Anhand der nachfolgenden Umrechnungstabelle können Grain in Gramm umgerechnet werden.


Umrechnungstabelle:

 
Grain Gramm
1.000 0.0649
15.432 1.0000

 

 

 

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Das Schiessprogramm nach MLAIC

Im allgemeinen wird beim Vorderladerschiessen nach den Regeln des MLAIC (Muzzle Loaders Associations International Committee) geschossen. Nachfolgend ist das Programm kurz beschrieben. Die genauen Regeln können im Reglement des MLAIC nachgelesen werden.

Der Schütze hat innerhalb von 30 Minuten ein Programm von 13 Schuss zu absolvieren. Von den 13 Treffern werden die 10 besten gewertet. Die 3 Schlechtesten bilden das Streichresultat und werden nicht gewertet. Es werden keine Übungsschüsse vorgenommen.


Als erster Schuss ist ein sogenannter Fettschuss erlaubt, der jedoch sicher und nicht wahllos in den Zielhang oder in eine dafür vorgesehene Zone, jedoch nicht auf die Scheibe, abgegeben werden kann. Mit dem Fettschuss werden Fett- oder Ölrückstände aus Piston, Zündkanal und Lauf entfernt und dient zudem als Funktionskontrolle der Waffe. Der Fettschuss muss der Schusskontrolle gemeldet werden, ansonsten wird er als Schuss gewertet. Das Freischiessen des Pistons mit Zündhütchen ohne Ladung ist ebenfalls erlaubt.


Jeder abgegebene Schuss wird gewertet, werden mehr als 13 Schuss geschossen wird jeweils für jeden zu viel geschossen Schuss der jeweils beste Treffer abgezogen.


Nur einwandfrei erkennbare Treffer können gewertet werden, daher kann der Schütze bei einem dichten Schussbild eine weitere Scheibe verlangen. Bei EM und WM stehen immer 2 Scheiben zu Verfügung die jeweils mit 6 und 7 Schuss beschossen werden.


Für sämtliche Kurzwaffen (25m) und Langwaffen mit gezogenen Läufen auf 50m und 100m wird die UIT50 Scheibe (10er Scheibe mit Durchmesser 50 cm) und für 50m Langwaffen mit glatten Läufen wird die GF200 Scheibe (10er Scheibe mit Durchmesser 80 cm) verwendet.


Über diesen Link wird die Auswertung  nach den Regeln des MLAIC kurz beschrieben.

 

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Reinigung und Pflege 

Da das Schwarzpulver korrosive Rückstände hinterlässt, müssen Sie die Waffe nach dem Schießen sorgfältig reinigen.


Nehmen Sie den Lauf ab und entfernen Sie Piston und Reinigungsschraube. Reinigen Sie den Lauf nun mit einer Bürste und heissem Seifenwasser und spülen ihn dann mit möglichst heissem Wasser aus. Anschliessend den Lauf gut trocknen und mit Waffenöl nachreinigen. Das Laufinnere gut einölen. Dieses ist gleichzeitig ein guter Rostschutz. Alle anderen Metallteile sollten mit einem Lappen ebenfalls gereinigt und anschließend eingeölt werden.

 

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